505er Mastfall, Wantenspannung und Mastcontroller einmessen

Da dieses Jahr endlich mal zur Warnemünder Woche 505er Regatten (IDM 2021), quasi vor der Haustür stattfinden, bin ich gerade sehr motiviert das Boot auf Vordermann zu bringen. Schließlich möchten wir (das Boot, mein Steuermann und ich) die WaWo/IDM ohne große technische Ausfälle überstehen und als letzter hinter der wilden 505er Meute hinterher zufahren kommt auch nicht in Frage. Wir wollen so gut wie möglich dabei sein.

Also Brille auf, Blick geschärft und erst mal alles austauschen, was bisher für das Freizeitvergnügen, gut genug funktionierte, aber nicht mehr so gut ausschaut oder manchmal doch hier und da hakte . Das laufende Gut zum Einstellen des Mastfall, Wantenspannung und Niederholer war als erstes dran. Dann kamen sämtliche Gummi’s (6mm Durchmesser) für Verstellungen (Mastfall, Wantenspannung, Niederholer und innerhalb des Großbaums (7mm Durchmesser der Gummies) für die beiden Spibäume hinzu. Welche Längen und Durchmesser auf meinem 505er Verwendung finden, könnt ihr auf der Seite zu meiner 505er Jolle nachlesen. Das 3mm Dyneema für die Wantenverstellung hatte auch schon bessere Zeiten erlebt, also neu. Die Längen variieren natürlich nach Ausbau vom Boot, können aber trotzdem recht dienlich für euch sein um ein Gefühl für benötigte Längen und Materialstärken (Durchmesser) zu bekommen. Auf den Seiten der deutschen Klassenvereinigung, könnt ihr ebenfalls die von Holger Jess geschriebenen Ausbau und Trimmanleitungen über die 505er (Boot & Technik -> Trimm- & Ausbautechnik) lesen.

Beim Vermessen von Mastfall, Wantenspannung und Mastcontroller sind uns zudem noch einigen Schäkel aufgefallen, die unbedingt getauscht werden müssen. Einen Mastbruch wegen einem verschlissenen / gebrochenem Schäkel zu riskieren, kommt gar nicht in Frage.

Ablauf: 505er Mastfall, Wantenspannung und Mastcontroller einmessen

Ob das nun der goldene Weg, sei dahin gestellt. Und ob ihr den Mastfall notiert oder die Windstärke in Bft oder Knoten, ist euch überlassen. Als erstes einen großen Dank an Stephan B., der mir maßgeblich dabei geholfen hat.

Zum Einstellen vom Mastfall, Wantenspannung und Mastcontrollerenten benötigt ihr:

  • min. 8m Maßband
  • Wantenspannungsmesser
  • 2 Personen
  • 2-3 Stunden
  • Wasserfesten Stift zum markieren und Festhalten der Einstellungen

Los geht das Vergnügen

Als erstes wird das Maßband über das Großfall hochgezogen. (Vorzugsweise mit zweiter Leine zum späteren Runterziehen des Großfalls und zum Belasten des Mastes). Etwas Last muss auf dem Mast während des Messens sein und am Maßband die ganze Zeit zu ziehen, kommt auf Dauer nicht so gut.

Gemessen wird von der oberen Markierung des Mastes (schwarze Linie), über das Heck bis zur Abrisskante!

Nun wird der Mastfall (Mast rake) auf die größte Einstellungen von 7990 mm (7.90m) eingestellt. Stimmt die Länge von 7990 mm zur Abrisskante des Hecks, wird im nächsten Schritt die Wantenspannung eingestellt. Der Wantenspannungsmesser bleibt die ganz Zeit an der Wante. Stimmt nun die Wantenspannung, wird der Mastcontroller soweit runtergezogen, bis der Mast von unten nach oben gerade (ohne Krümmung) verläuft. Danach werden Mastfall und Wantenspannung noch mal angepasst, bis die Werte stimmen! An den Leinen wird ein Meßpunkt markiert / gewickelt, etc. und an den Rumpf und Mast die entsprechenden Werte gekennzeichnet!

Ist das getan, wird im nächsten das Gleiche für einen Mastfall von 7850m gemacht. So arbeitet man sich Stück für Stück in 5 cm Schritten runter bis hin zur kleinsten Mastfall von 7550mm.

Falls das nicht verständich genug ist, sollte sich unbedingt noch mal die neue Anleitung von Holger Jess oder besser noch die alte Anleitung von Holger Jess durchlesen.

Das Ergebnis

Am Ende sieht es dann so aus. (grüne Schrift). Schwarz war alt und nicht mehr rekonstruiertbar.

Wichtig zu wissen. So ist nun eine Nullstellung, das heißt eine EInstellung definiert, in der der Mast möglichst keine Biegung bei den jeweiligen Einstellungen hat! Beim Segeln kann es trotzdem je nach verwendetem Segel sein, dass je nach wie das Segel steht die Werte ein wenig angepasst werden.

Welche Werte? 505 tuning grids, 505 Trimmtabellen

Tja… Wenn ihr so wie ich zum Boot keine Trimmtabellen dazu bekommen habt, schaut euch die Trimmtabellen im Internet an. Achtet darauf welche Werte zu eurem Mast und Segel passen! Wir haben uns an die Trimmtabelle aus Ian Pinnel’s Buch „Trimmen zum Gewinnen“ gehalten. Achso… Der Erstbesitzer meines Bootes Ian Pinnel 1992 war, erwähnte ich bestimmt schon 😉

Wir haben bei einem Mastfall von 7900 bzw. 7650 eine Spannung von 32 (250kg) für gut befunden

Für den Mastfall von 7850,7800, 7750, 7700 haben wir nun eine Spannung von 30 (220kg) eingestellt.

Was sollte noch alles Markiert werden?

In erster Linie geht es darum, die Einstellungen beim Segeln möglichst schnell wiederherstellen zu können. Deshalb sollte an allen, was verstellbar ist, auch Markierungen sein:

  • Schwertanstellwinkel
  • Fockholepunkte (Innen/Außen, Oben/Unten)
  • Mastcontroller
  • Fockschot
  • Baumniederholder

Immer zu viel Mastbiegung?

Solltet ihr den Mast nicht gerade „gedrückt“ bekommen, solltet ihr eure Salinge prüfen. Die Einstellungen dazu findet ihr ebenfalls auf den oben genannten Seiten der deutschen KV.

Verschlissene Beschläge, Blöcke

Auch wenn das nun etwas Offtopic ist, so möchte ich euch nicht vorenthalten wie verschliessene Klemmen und Schäkel aussehen. Klar, sobald etwas nicht mehr richtig funktioniert, wie Seil rutscht durch oder keine guten äußerlichen Eindruck macht oder verformt ist, muss es getauscht werden. Selbst die geschmiedeten Schäkel verschleissen an den Löchern (werden größer) oder der Bolzen hat unterschiedlichen Durchmesser. Bei den Clamcleat CL222 Klemmen rutschten schon die Seile durch, aufgrund der inneren Abnutzung. Übrigens, wenn sich ein Schäkel so verformt, wie auf dem einen Foto zu sehen, sollte man lieber einen geschmiedeten Schäkel nutzen. Ich achte mittlerweile darauf, welche Arbeitslast und Bruchlasten die Hardware hat. Währen die einfachen Schäkel meisten zwischen 200-300 KG liegen, sind die geschmiedeten Schäkel mit über 900kg deutlich belastbarer.

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