Erfahrungsbericht ambulante Meniskus OP (Meniskusnaht)

Nun sitze ich hier, am 5. Tag nach der ambulanten Meniskus OP (Menisnaht) und habe irgendwie das Verlangen, die Erfahrungen zu teilen. Vielleicht treibt mich dazu auch das positive Feedback zu meinem Erfahrungsbericht über meine beiden Schulter OP’s an, an den Erfolg anknüpfen zu wollen.

Ich persönlich hatte mich vor der ambulanten Meniskus OP nicht mehr großartig mit dem Thema beschäftigt, da es aus Überzeugung nur noch den Weg gab, die Schmerzen im Knie los zu werden und wieder etwas Lebensqualität zu gewinnen. In sofern habe ich das Ganze auf mich zu kommen lassen.

Vielleicht gibt es jemandem, dem durch diesen Erfahrungsbericht die Angst oder Bedenken vor einer ambulanten OP genommen wird.

kurz ein paar Worte zur ambulanten OP

Morgens rein und abends wieder raus ist das Ziel. Verpflegung (Essen & Trinken) gilt es selber mit zu bringen. Nach Hause geht es aber nur, wenn der Kreislauf wieder da ist (Proberunde auf Krücken über den Flur), die Ente bekommen hat was sie will und die häusliche Betreuung gesichert ist. Ist eine Voraussetzung nicht erfüllt, so wird man stationär für eine Nacht aufgenommen. Eine handvoll Medikamente gibt es für eine Nacht / einen Tag mit.

Tag 0 – ambulante Meniskus OP

Es war ein Dienstag, als der Wecker unzumutbar früh 5.30 Uhr klingelte, damit ich dank meiner Freundin pünktlich 6.45 Uhr in der Orthopädischen Klinik und Poliklinik Rostock bin.

Nach der Anwesenheitsanmeldung ging es in das Zimmer für die ambulanten Patienten. In OP-Kluft bekleidet, wurde mir das linke Bein im Bereich des Knies rasiert. Ich hatte es in der Dusche am morgen auch schon mehr oder weniger erfolgreich versucht. Nach etwas Wartezeit, ich war der Zweite an dem Tag, wurde ich kurz nach 9 Uhr in den OP geschoben. Eine Kanüle wurde gelegt und allerhand Sensoren an dem Körper befestigt. „Das Gerät mit dem Biep“ legte los.

Irgendwann ging es dann los, „denken Sie an was schönes…. tief einatmen“…

Ich hatte mich in den Vorgesprächen für eine Vollnarkose entschieden, da es mir zum Einen suspekt war, mir was in den Rücken spritzen zu lassen und zum Anderen keine Möglichkeit bestand, über einen Fernseher die OP mitzuverfolgen.

Irgendwann „Aufwachen, hallo Herr Jäkel, aufwachen“… Überzeugt davon nach der Narkose auszuschlafen, wurde ich doch ziemlich früh aus meinem Schlaf geweckt. Die Uhr war wohl irgendwas um 11 Uhr, das hatte ich etwas anders erwartet 😉

Es war geschafft, etwas müde und benommen vom abrupten Ende eines Traums, lag ich nun da im Aufwachraum. Bein noch dran und die Zehen beweglich und zu spüren. Puh…dann ist wohl alles nach Plan verlaufen. Der Meniskus war doch in einem schlimmeren Zustand als Gedacht. Dreimal musste der Meniskus genäht werden. (Meniuskusnaht im Fastfix Verfahren). Etwas vom weniger gut durchbluteten Bereich des Meniskus wurde ebenfalls abgeschnitten (Meniuskus Trimming). Aber und das ist wohl das Wichtigste, der Meniskus wurde erhalten.

Zurück im Patientenzimmer hieß es dann so schnell wie möglich Kreislauf in Schwung bringen und einmal die Ente beglücken, damit es dann abends nach Hause gehen kann. Das war aber nicht so einfach, da ich eher das Verlangen nach einer Mütze Schlaf hatte. Wie es im Krankenhaus so ist, gibt es nur bedingt Ruhe, weil ständig jemand rein kommt und einem was erzählen oder erklären möchte. Berauscht, benebelt ist es aber nicht einfach sich alles zu merken oder an Informationen aufzunehmen. Deshalb gab es zum Glück ein paar Zettel mit.

Schmerzen nach der OP

Kommen wir einfach zum interessanten Teil, den Schmerzen. Nach der OP war ich noch ganz schön zu gedröhnt und so kann ich nur sagen, dass ich geringe Schmerzen im ruhigen Zustand hatte. Das Knie war geschwollen, die Orthese ungewohnt und die Streckstellung (24 Std.) unbequem. Das Finden der richtigen schmerzfreien Liege- oder Sitzposition stellte an dem Tag die Herausforderung da.

nach Hause

Abends wurde ich dann gegen 18.30 Uhr entlassen. Mein Schwiegervater in Spe, der Held, hatte sich bereit erklärt mich abends nach Hause zu fahren. Irgendwie komisch, ungewohnt und unter Schmerzen (Knie empfindlich), ging es auf der Rücksitzbank, beide Beine hochgelagert nach Hause, wo dann 3 Etagen auf Krücken erklommen werden wollten.

Tag 1

Die erste Nacht war erstaunlich erholsam. Natürlich war ich mehrmals wach aufgrund der mittleren Schmerzen und beim Suchen der nächsten schmerzfreien Liegeposition, doch alles im allem gut geschlafen. Da kenne ich noch ganz anderen erste Nächte nach meiner Schulteroperation, wo ich nicht wusste wie ich schlafen konnte.

Am nächsten Morgen habe ich dann mit einem Abstand von 30-45 Minuten die drei unterschliedlichen Tabletten für den Morgen genommen.

Ganz ungewohnt war es nun, sich in der Wohnung auf Krücken zu bewegen. Gefühlt waren Bett und Couch zu niedrig und viel zu weich. Auch der Gang auf das Klo stellte mich vor viele neue Herausforderungen. Doch zugegebenermaßen mag ich es neue Wege zu finden und so ergab ich mich mutig den menschlichen Bedürfnissen im Schneckentempo unter schmerzen und den ungewohnten Belastungen des rechten unteren Bewegungsapparats.

Wirklich furchtbar war es mit frisch operiertem Knie, wieder 3 Etagen runter zu hangeln, da ich am ersten Tag noch zum Hausarzt für die Erstversorgung nach der OP, Krankschreibung und Rezepte für die Medikamente musste. Ein Scheiß sage ich euch….Wäre ich eine Nacht in der Klinik geblieben, wäre mir das erspart geblieben.

Schmerzen an Tag 1 nach der OP

Die Schmerzen waren da. Beine hoch und Kühlen hilft. Dank der Medikation eher mittelschwer. Der Medikationsplan sah folgenden Drogenmix vor:

  • Etoricoxib 90mg morgens für 5-7 Tage
  • Metamizol 500mg 4x täglich bei Bedarf. Laut Beipackzettel maximal 8 Stk. Ich nahm 6 Stück an dem ersten Tag
  • Tilidin 50/4mg morgens und abends für 2-3 Tage
  • Die obligatorische Trombosespritze am abends nicht zu vergessen

Tag 2 und 3

Der zweite Tage verlief schon viel besser als der Erste! Ausgeruhter und mit deutlich weniger Schmerzen ging es in den zweiten Tag. An Schmerzmitteln blieb es bei Tilidin, Etoricoxib und Metamizol ganz nach Plan. Es ging mir gut. Nur bei „Bewegung“ tat das Bein weh. Der Umgang mit den Krücken klappte schon deutlich besser und Amazone Prime war auch warm gelaufen 😉 Lästig waren nur die Krämpfe beim Gang mit Krücken wenn ich mich nicht genügend konzentrierte. Vermutlich der Schneidermuskel im linken Bein, machte manchmal was er wollte und das Tat ziemlich weh für ein paar Sekunden.

Am dritten Tag nahm ich nur noch Etoricoxib einmal morgens. Alle anderen Schmerzmittel blieben nun da wo sie hingehören. Somit war ich ab dem dritten Tag bereits Schmerzfrei im ruhigen Zustand. Bei Bewegung etc. hatte ich noch leichten Schmerz, der gut ohne zusätzliche Schmerzmittel auszuhalten war.

Ich denke das der schnelle Rückgang der Schmerzen dem minimal invasiesem Eingriff (Athroskopie) zu verdanken ist.

weitere Tage

Bisauf Etoricoxib und die Trombosespritze ist alles abgesetzt. Der Schmerz ist so gut wie weg, auch wenn das Bein sich bewegt. Weiterhin heißt es in den nächsten Tagen und Wochen, das operierte Knie/Bein so wenig wie möglich zu bewegen/belasten. Nicht stressen lassen. Die Orthese M.4 X-Lock ist dabei echt hilfreich und mittlerweile angenehm zu tragen.

In der Nacht vom 5. zum 6. Tag nach der Operation habe ich in der Nacht mein linkes Knie etwas unglücklich mitbewegt. Die Orthese beschränkte zum Glück die Bewegung, sonst hätte es wohl noch mehr Schmerzen oder womöglich neue Verletzungen gegeben.

Seit Tag 8 ist das Knie wieder etwas geschwollen. (keine Medikamente). Aktuell versuche ich es mit Metamizol 500mg.

zwei Wochen nach der Operation

Die Fäden wurden heute (Tag 13), völlig unkompliziert und schnell, gezogen. Die Physiotherapie ist heute ebenfalls gestartet. Es ist nicht einfach in Rostock einen zeitnahen Termin zu finden. Doch nach unzähligen Telefonaten und etwas Glück konnte ich meine Physiotherapie-Termine um knapp 3 Wochen vorziehen. Daraus kann man nur lernen und schon vor der Operation die Termine für die Physiotherapie organisieren.

Schmerzen sind im Stillstand wenig, bei Bewegung manchmal schon. Abends werden die Übungen auch zu Hause gemacht und zusätzlich der Oberschenkel mit einem Ball gerollt, damit die Muskeln wieder geschmeidig werden. Es ist erschreckend wie schnell die Muskeln ihre Arbeit einstellen oder das Gelenk unbeweglich wird. Aktuell habe ich immer noch etwas Wasser im Knie, was die Bewegung einschränkt. Den maximalen Beugewinkel von 90° habe ich noch nicht erreicht. bin noch ein gutes Stückchen davon entfernt.

drei Wochen nach der Meniskus Operation

Nach gut drei Wochen merkt und sehe ich deutlich wie die Schwellungen im Knie zurück gegangen ist. Die „eckigen“ Konturen der Kniescheibe sind wieder zu erkennen. In der der maximalen Beugung erreiche ich nun fast 90 Grad. Schmerzen sind nur morgens nach dem Schlafen beim Aufstehen. Es fühlt sich an, als wenn die Muskeln einfach nur steif durch die eingeschränkte und wenige Bewegung sind. 1 bis 2x am Tag wird die Knie-Innenseite gekühlt, weil es dort immer noch etwas wärmer ist.

Sobald ich das Knie händische durch bewege wird es wieder geschmeidig.

Ich muss auch sagen dass mir die Krücken richig auf den Sack gehen. Es fehlt immer eine freie Hand und die Krücken sind nur im Weg.

5 Wochen nach der Operation (Meniskusnaht)

Mit viel Mut habe ich versucht Fahrrad zu fahren. Es fühlt sich komisch an, aber es funktioniert und das ohne Schmwerzen. Seit dem das Fahrradfahren wieder funktioniert, kann ich das praktische mit dem Schönen verbinden und alle zwei Tage 30-45 Minuten draußen Fahrrad fahren. Für die, die mich sehen ist das bestimmt ein lustiger Anblick, ich auf meinem Klapprad, mit den Krücken an der Seite befestigt. Aber mir ist es egal wie skuril es aussieht. 🙂

7 Wochen nach der Operation – „Meniskusriss“ oder „Meniskusnaht“?

Ich gebe zu, es gibt in der Genesungsphase auch Tiefpunkte, an denen das Knie einfach nur schmerzt und oder sich einfach nur doof anfühlt. Einer dieser Momente führte dazu, mich endlich mit der Meniskus Operation / Meniskusnaht zu beschäftigen. Wer bei Dr. Google mit „Meniskus Operation“ oder „Meniskusriss“ nach Informationen sucht, wird eher enttäuscht. Interessante Informationen fand ich erst unter „Meniskusnaht„. Neben Behandlungsplänen mit ausführlichen Beschreibung wie lange was wie zu machen oder zu belasten ist, bis hin zu einer interessanten Studie, in der die Verfahren und Behandlungsmethoden ausführlich beschrieben und ausgwertet werden.

Nun wurde ich mir der Ausmaße der Operation überhaupt erstmal bewusst. Bis zu 6 Monate werden ich damit noch Spaß haben…

8 Wochen nach der Operation

So richtig schön ist das alles noch nicht. Die Muskulatur im operierten Bein hat doch ganz schön gelitten und trotz der ganzen Übungen zu hause, Fahrrad fahren und Physiotherapie, kommt nur langsam Fahrt in die Sache. Seit etwa 1,5 Woche kann ich kurze Entfernungen ohne Krücken laufen. Doch sobald die Muskulatur nachlässt, ändert sich der Gehstil eher zum Eiern… Somit sind die Krücken immer noch dabei und werden bei BEdarf eingesetzt.

Essen auf Räder

Diese Hilflosigkeit nichts transportieren zu können, ist nicht zu ertragen. Deshalb brachte mich ein Geistesblitz, und der tat nicht mal weh 😉 , auf die Idee den MAN LKW TGA (Firma Bruder) meines Sohnes für den Transport von essen und trinken durch die Wohnung zu nutzen. Ich bin total froh dass ich so etwas flexibler bin. Transport-Problem behoben!

Tipps für „nach der Meniskus OP“

Interessantes zur Meniskusnaht und Nachbehandlung

Fazit ambulante Meniskus OP

Auch wenn ich den Stress einer ambulanten OP bis Tag 2 verflucht habe, bin ich doch froh es gemacht zu haben. Klar ist es stressig und anstrengend am Abend der Operation nach Hause zu müssen und sich am Tag 1 zum Hausarzt (besser noch Orthopäden) zu schleppen, aber es ist machbar. Schließlich wird mein Meniskus im linken Bein im besten Fall nun wieder heil sein und ich mich dafür Schmerzfrei bewegen und Fahrradfahren können.

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