Erfahrungsbericht ambulante Meniskus OP (Meniskusnaht)

Nun sitze ich hier, am 5. Tag nach der ambulanten Meniskus OP (Menisnaht) und habe irgendwie das Verlangen, die Erfahrungen zu teilen. Vielleicht treibt mich dazu auch das positive Feedback zu meinem Erfahrungsbericht über meine beiden Schulter OP’s an, an den Erfolg anknüpfen zu wollen.

Ich persönlich hatte mich vor der ambulanten Meniskus OP nicht mehr großartig mit dem Thema beschäftigt, da es aus Überzeugung nur noch den Weg gab, die Schmerzen im Knie los zu werden und wieder etwas Lebensqualität zu gewinnen. In sofern habe ich das Ganze auf mich zu kommen lassen.

Vielleicht gibt es jemandem, dem durch diesen Erfahrungsbericht die Angst oder Bedenken vor einer ambulanten OP genommen wird.

kurz ein paar Worte zur ambulanten OP

Morgens rein und abends wieder raus ist das Ziel. Verpflegung (Essen & Trinken) gilt es selber mit zu bringen. Nach Hause geht es aber nur, wenn der Kreislauf wieder da ist (Proberunde auf Krücken über den Flur), die Ente bekommen hat was sie will und die häusliche Betreuung gesichert ist. Ist eine Voraussetzung nicht erfüllt, so wird man stationär für eine Nacht aufgenommen. Eine handvoll Medikamente gibt es für eine Nacht / einen Tag mit.

Tag 0 – ambulante Meniskus OP

Es war ein Dienstag, als der Wecker unzumutbar früh 5.30 Uhr klingelte, damit ich dank meiner Freundin pünktlich 6.45 Uhr in der Orthopädischen Klinik und Poliklinik Rostock bin.

Nach der Anwesenheitsanmeldung ging es in das Zimmer für die ambulanten Patienten. In OP-Kluft bekleidet, wurde mir das linke Bein im Bereich des Knies rasiert. Ich hatte es in der Dusche am morgen auch schon mehr oder weniger erfolgreich versucht. Nach etwas Wartezeit, ich war der Zweite an dem Tag, wurde ich kurz nach 9 Uhr in den OP geschoben. Eine Kanüle wurde gelegt und allerhand Sensoren an dem Körper befestigt. „Das Gerät mit dem Biep“ legte los.

Irgendwann ging es dann los, „denken Sie an was schönes…. tief einatmen“…

Ich hatte mich in den Vorgesprächen für eine Vollnarkose entschieden, da es mir zum Einen suspekt war, mir was in den Rücken spritzen zu lassen und zum Anderen keine Möglichkeit bestand, über einen Fernseher die OP mitzuverfolgen.

Irgendwann „Aufwachen, hallo Herr Jäkel, aufwachen“… Überzeugt davon nach der Narkose auszuschlafen, wurde ich doch ziemlich früh aus meinem Schlaf geweckt. Die Uhr war wohl irgendwas um 11 Uhr, das hatte ich etwas anders erwartet 😉

Es war geschafft, etwas müde und benommen vom abrupten Ende eines Traums, lag ich nun da im Aufwachraum. Bein noch dran und die Zehen beweglich und zu spüren. Puh…dann ist wohl alles nach Plan verlaufen. Der Meniskus war doch in einem schlimmeren Zustand als Gedacht. Dreimal musste der Meniskus genäht werden. (Meniuskusnaht im Fastfix Verfahren). Etwas vom weniger gut durchbluteten Bereich des Meniskus wurde ebenfalls abgeschnitten (Meniuskus Trimming). Aber und das ist wohl das Wichtigste, der Meniskus wurde erhalten.

Zurück im Patientenzimmer hieß es dann so schnell wie möglich Kreislauf in Schwung bringen und einmal die Ente beglücken, damit es dann abends nach Hause gehen kann. Das war aber nicht so einfach, da ich eher das Verlangen nach einer Mütze Schlaf hatte. Wie es im Krankenhaus so ist, gibt es nur bedingt Ruhe, weil ständig jemand rein kommt und einem was erzählen oder erklären möchte. Berauscht, benebelt ist es aber nicht einfach sich alles zu merken oder an Informationen aufzunehmen. Deshalb gab es zum Glück ein paar Zettel mit.

Schmerzen nach der OP

Kommen wir einfach zum interessanten Teil, den Schmerzen. Nach der OP war ich noch ganz schön zu gedröhnt und so kann ich nur sagen, dass ich geringe Schmerzen im ruhigen Zustand hatte. Das Knie war geschwollen, die Orthese ungewohnt und die Streckstellung (24 Std.) unbequem. Das Finden der richtigen schmerzfreien Liege- oder Sitzposition stellte an dem Tag die Herausforderung da.

nach Hause

Abends wurde ich dann gegen 18.30 Uhr entlassen. Mein Schwiegervater in Spe, der Held, hatte sich bereit erklärt mich abends nach Hause zu fahren. Irgendwie komisch, ungewohnt und unter Schmerzen (Knie empfindlich), ging es auf der Rücksitzbank, beide Beine hochgelagert nach Hause, wo dann 3 Etagen auf Krücken erklommen werden wollten.

Tag 1

Die erste Nacht war erstaunlich erholsam. Natürlich war ich mehrmals wach aufgrund der mittleren Schmerzen und beim Suchen der nächsten schmerzfreien Liegeposition, doch alles im allem gut geschlafen. Da kenne ich noch ganz anderen erste Nächte nach meiner Schulteroperation, wo ich nicht wusste wie ich schlafen konnte.

Am nächsten Morgen habe ich dann mit einem Abstand von 30-45 Minuten die drei unterschliedlichen Tabletten für den Morgen genommen.

Ganz ungewohnt war es nun, sich in der Wohnung auf Krücken zu bewegen. Gefühlt waren Bett und Couch zu niedrig und viel zu weich. Auch der Gang auf das Klo stellte mich vor viele neue Herausforderungen. Doch zugegebenermaßen mag ich es neue Wege zu finden und so ergab ich mich mutig den menschlichen Bedürfnissen im Schneckentempo unter schmerzen und den ungewohnten Belastungen des rechten unteren Bewegungsapparats.

Wirklich furchtbar war es mit frisch operiertem Knie, wieder 3 Etagen runter zu hangeln, da ich am ersten Tag noch zum Hausarzt für die Erstversorgung nach der OP, Krankschreibung und Rezepte für die Medikamente musste. Ein Scheiß sage ich euch….Wäre ich eine Nacht in der Klinik geblieben, wäre mir das erspart geblieben.

Schmerzen an Tag 1 nach der OP

Die Schmerzen waren da. Beine hoch und Kühlen hilft. Dank der Medikation eher mittelschwer. Der Medikationsplan sah folgenden Drogenmix vor:

  • Etoricoxib 90mg morgens für 5-7 Tage
  • Metamizol 500mg 4x täglich bei Bedarf. Laut Beipackzettel maximal 8 Stk. Ich nahm 6 Stück an dem ersten Tag
  • Tilidin 50/4mg morgens und abends für 2-3 Tage
  • Die obligatorische Trombosespritze am abends nicht zu vergessen

Tag 2 und 3

Der zweite Tage verlief schon viel besser als der Erste! Ausgeruhter und mit deutlich weniger Schmerzen ging es in den zweiten Tag. An Schmerzmitteln blieb es bei Tilidin, Etoricoxib und Metamizol ganz nach Plan. Es ging mir gut. Nur bei „Bewegung“ tat das Bein weh. Der Umgang mit den Krücken klappte schon deutlich besser und Amazone Prime war auch warm gelaufen 😉 Lästig waren nur die Krämpfe beim Gang mit Krücken wenn ich mich nicht genügend konzentrierte. Vermutlich der Schneidermuskel im linken Bein, machte manchmal was er wollte und das Tat ziemlich weh für ein paar Sekunden.

Am dritten Tag nahm ich nur noch Etoricoxib einmal morgens. Alle anderen Schmerzmittel blieben nun da wo sie hingehören. Somit war ich ab dem dritten Tag bereits Schmerzfrei im ruhigen Zustand. Bei Bewegung etc. hatte ich noch leichten Schmerz, der gut ohne zusätzliche Schmerzmittel auszuhalten war.

Ich denke das der schnelle Rückgang der Schmerzen dem minimal invasiesem Eingriff (Athroskopie) zu verdanken ist.

weitere Tage

Bisauf Etoricoxib und die Trombosespritze ist alles abgesetzt. Der Schmerz ist so gut wie weg, auch wenn das Bein sich bewegt. Weiterhin heißt es in den nächsten Tagen und Wochen, das operierte Knie/Bein so wenig wie möglich zu bewegen/belasten. Nicht stressen lassen. Die Orthese M.4 X-Lock ist dabei echt hilfreich und mittlerweile angenehm zu tragen.

In der Nacht vom 5. zum 6. Tag nach der Operation habe ich in der Nacht mein linkes Knie etwas unglücklich mitbewegt. Die Orthese beschränkte zum Glück die Bewegung, sonst hätte es wohl noch mehr Schmerzen oder womöglich neue Verletzungen gegeben.

Seit Tag 8 ist das Knie wieder etwas geschwollen. (keine Medikamente). Aktuell versuche ich es mit Metamizol 500mg.

2 Wochen nach der Operation

Die Fäden wurden heute (Tag 13), völlig unkompliziert und schnell, gezogen. Die Physiotherapie ist heute ebenfalls gestartet. Es ist nicht einfach in Rostock einen zeitnahen Termin zu finden. Doch nach unzähligen Telefonaten und etwas Glück konnte ich meine Physiotherapie-Termine um knapp 3 Wochen vorziehen. Daraus kann man nur lernen und schon vor der Operation die Termine für die Physiotherapie organisieren.

Schmerzen sind im Stillstand wenig, bei Bewegung manchmal schon. Abends werden die Übungen auch zu Hause gemacht und zusätzlich der Oberschenkel mit einem Ball gerollt, damit die Muskeln wieder geschmeidig werden. Es ist erschreckend wie schnell die Muskeln ihre Arbeit einstellen oder das Gelenk unbeweglich wird. Aktuell habe ich immer noch etwas Wasser im Knie, was die Bewegung einschränkt. Den maximalen Beugewinkel von 90° habe ich noch nicht erreicht. bin noch ein gutes Stückchen davon entfernt.

3 Wochen nach der Meniskus Operation

Nach gut drei Wochen merkt und sehe ich deutlich wie die Schwellungen im Knie zurück gegangen ist. Die „eckigen“ Konturen der Kniescheibe sind wieder zu erkennen. In der der maximalen Beugung erreiche ich nun fast 90 Grad. Schmerzen sind nur morgens nach dem Schlafen beim Aufstehen. Es fühlt sich an, als wenn die Muskeln einfach nur steif durch die eingeschränkte und wenige Bewegung sind. 1 bis 2x am Tag wird die Knie-Innenseite gekühlt, weil es dort immer noch etwas wärmer ist.

Sobald ich das Knie händische durch bewege wird es wieder geschmeidig.

Ich muss auch sagen dass mir die Krücken richig auf den Sack gehen. Es fehlt immer eine freie Hand und die Krücken sind nur im Weg.

5 Wochen nach der Operation (Meniskusnaht)

Mit viel Mut habe ich versucht Fahrrad zu fahren. Es fühlt sich komisch an, aber es funktioniert und das ohne Schmwerzen. Seit dem das Fahrradfahren wieder funktioniert, kann ich das praktische mit dem Schönen verbinden und alle zwei Tage 30-45 Minuten draußen Fahrrad fahren. Für die, die mich sehen ist das bestimmt ein lustiger Anblick, ich auf meinem Klapprad, mit den Krücken an der Seite befestigt. Aber mir ist es egal wie skuril es aussieht. 🙂

7 Wochen nach der Operation – „Meniskusriss“ oder „Meniskusnaht“?

Ich gebe zu, es gibt in der Genesungsphase auch Tiefpunkte, an denen das Knie einfach nur schmerzt und oder sich einfach nur doof anfühlt. Einer dieser Momente führte dazu, mich endlich mit der Meniskus Operation / Meniskusnaht zu beschäftigen. Wer bei Dr. Google mit „Meniskus Operation“ oder „Meniskusriss“ nach Informationen sucht, wird eher enttäuscht. Interessante Informationen fand ich erst unter „Meniskusnaht„. Neben Behandlungsplänen mit ausführlichen Beschreibung wie lange was wie zu machen oder zu belasten ist, bis hin zu einer interessanten Studie, in der die Verfahren und Behandlungsmethoden ausführlich beschrieben und ausgwertet werden.

Nun wurde ich mir der Ausmaße der Operation überhaupt erstmal bewusst. Bis zu 6 Monate werden ich damit noch Spaß haben…

8 Wochen nach der Operation

So richtig schön ist das alles noch nicht. Die Muskulatur im operierten Bein hat doch ganz schön gelitten und trotz der ganzen Übungen zu hause, Fahrrad fahren und Physiotherapie, kommt nur langsam Fahrt in die Sache. Seit etwa 1,5 Woche kann ich kurze Entfernungen ohne Krücken laufen. Doch sobald die Muskulatur nachlässt, ändert sich der Gehstil eher zum Eiern… Somit sind die Krücken immer noch dabei und werden bei Bedarf eingesetzt.

10 Wochen nach der Operation

10 Wochen sind nun endlich rum und endlich kehrt etwas Lebensqualität in den Alltag. Die Krücken sind nicht mehr notwendig, mittlerweile Geschichte und stehen nur noch in der Ecke herum. Seit kurzem mache ich nun Reha SPort in einem Fitness-Studio bei mir um die Ecke. Die Übungen und Training mit Gewicht kommen ganz gut an. Die Muskulatur kehrt zurück, bzw. wird das Gefühl deutlich besser und Gehen sicherer. Es kommen schon die ersten Momente, in denen sich das Bein nicht bemerkbar macht, ansonsten zwickt und zwackt es hin und wieder. Eine kleine Schwellung oberhalb der Kniescheibe ist immer noch da.

12 Wochen nach der Operation

Das Leben hat wieder einen Sinn. Das erste Mal Segeln, erst als Vorschoter und zwei Tage (keine Schwellung oder Reaktion vom Knie) später Steuermann auf dem eigenen Boot. Gesegelt wird noch zur Sicherheit mit der Orthese, da ich mir erhoffe so ein unglückliches Verdrehen des Knies zu verhindern. Schmerzen sind weitestgehend weg. Die restlich Schwellung oberhalb der Kniescheibe ist nun auch endlich weg. Von der Beweglichkeit, laut Physiotherapeutin noch nicht ganz auf 0-Stellung, aber mit zwei- bis dreitäglichen Dehnen (abends) und Faszienrollen arbeite ich daran.

Das Bein macht sich zu 75% Tages nicht mehr bemerkbar. Es fühlt sich normal an und beim Gehen sieht es nun auch normaler aus.

Gefühlt ist jetzt endlich ein Punkt erreicht, an dem ich den Eindruck habe, dass das Knie nun besser ist als vor der OP.

Essen auf Räder

Diese Hilflosigkeit nichts transportieren zu können, ist nicht zu ertragen. Deshalb brachte mich ein Geistesblitz, und der tat nicht mal weh 😉 , auf die Idee den MAN LKW TGA (Firma Bruder) meines Sohnes für den Transport von essen und trinken durch die Wohnung zu nutzen. Ich bin total froh dass ich so etwas flexibler bin. Transport-Problem behoben!

Tipps für „nach der Meniskus OP“

  • Physiotherapie Termine für Krankengymnastik schon vor der OP organisieren, damit die Krankengymnastik zeitig anfangen kann.
  • Eine Ente ist eine super Sache. Mit durchgedrückten Knie auf dem Klo zu sitzen kann schon eine Herausforderung darstellen
  • Bei Youtube gibt es ein paar Videos wie ihr richtig mit Krücken geht und Treppen bewältigt
  • Schmerzmittel nur so lange wie nötig nehmen. Der Urin wird es dir zeigen warum und die Beipackzettel erklären 😉
  • Die Bedienungsanleitung bzw. Video zur Orthese (Medi M.4 X-lock) anschauen zwecks korrektem Anlegen.
  • praktische Übungsvideos für nach der Meniskus Operation gibt es ebenfalls auf den Seiten vom Orthesenhersteller Medi zu sehen! QR-Code an der Seite der Orthese
  • Viel Fahrradfahren
  • Über den Orthopäden kann man sich REHA Sport (Antrag auf Kostenübernahme 56) verordnen lassen, denn man bei der Krankenkasse einreicht. Es gibt einige Fitness-Studios die Reha Sport anbieten.

Interessantes zur Meniskusnaht und Nachbehandlung

Fazit ambulante Meniskus OP

Auch wenn ich den Stress einer ambulanten OP bis Tag 2 verflucht habe, bin ich doch froh es gemacht zu haben. Klar ist es stressig und anstrengend am Abend der Operation nach Hause zu müssen und sich am Tag 1 zum Hausarzt (besser noch Orthopäden) zu schleppen, aber es ist machbar. Schließlich wird mein Meniskus im linken Bein im besten Fall nun wieder heil sein und ich mich dafür Schmerzfrei bewegen und Fahrradfahren können.

weitere Erfahrungsberichte ähnlich dieser zur Meniskusnaht / Meniskusriss

8 thoughts on “Erfahrungsbericht ambulante Meniskus OP (Meniskusnaht)

  1. Mike Stattler sagt:

    Vielen Dank für deinen Bericht.Meine OP, Innenmeniskus Links ziemlich zerfleddert,ist jetzt 3 Wochn her.Die ersten 2 Wochen waren eigendlich gut zu ertragen Erste Woche mit Krücken dann ohne, in der 3. Woche fingen die Probleme an. Nach dem aufstehen aus dem Bett oder nach längerem sitzen sind die ersten Schritte eine Qual und damit meine ich nicht ein ziehen oder reissen. ich habe das Gefühl das ich keine Kraft habe und die Schmerzen sind gewaltig. Nach ein paar Schritten geht es dann einigermassen aber das Wort „eiern“ wie du es genannt hast trifft den Nagel auf den Kopf.Morgen beim Hausarzt vorstellig werden der natürlich letzte Woche in Urlaub war. Ich wünsche dir und mir gute Besserung und ein Beschwedefreies weiterleben.

  2. Tanja sagt:

    Hallo Mathias,
    vielen Dank für deinen Erfahrungsbericht, der hat mir in den letzten Wochen echt geholfen. Ich habe ganz ähnliche Erfahrungen gemacht wie du. Mitte Februar Innenmeniskusriss 3. Grades (Radiärriss Hinterhorn), 2x im Abstand von 4 Wochen Cortisonspritzen, nur minimale Verbesserung, daher Ende Mai Arthroskopie. Überraschenderweise konnte der Meniskusriss genäht werden, damit hatte ich nicht gerechnet. Der erste Orthopäde hatte immer nur von Teilresektion gesprochen, da ich schon 49 bin und der Meniskus daher wahrscheinlich schon „spröde wie ein alter Haushaltsgummi“ sei. Der operierende Arzt meinte hinterher allerdings, ich sei ja noch jung, daher lohne sich eine Naht auf jeden Fall – alles ist relativ…
    4 Tage nach der OP bekam ich eine X-Lock Orthese: Woche 1 und 2 bis 30 Grad, Woche 3 und 4 bis 60 Grad, Woche 5 und 6 bis 90 Grad Beugung. Für die ersten 4 Wochen hatte ich eine Motorschiene Zuhause, damit hat die passive Beugung auch wirklich gut geklappt, so dass ich ab der 5. Woche die 90 Grad gut erreicht habe. Streckung war von Anfang an voll erlaubt.
    In den ersten 6 Wochen war nur „Fußsohlenbelastung“ in Streckstellung erlaubt, das war tatsächlich eine zähe Zeit. Krankengymnastik hatte ich seit der ersten Woche, zwischenzeitlich 13 Termine hinter mir. Heute sind genau 9 Wochen seit der OP vergangen und ich bin eigentlich ziemlich frustriert. Ich kann zwar ohne Krücken laufen, allerdings humple ich immer noch und bin auch nicht schmerzfrei. Es zieht in der Kniekehle und der Bereich unterhalb der Kniescheibe schmerzt. Der Physiotherapeut meint, das käme von den Muskeln und Bändern. Insgesamt fühlt sich das Knie noch nicht stabil an und ich bin gefühlt im gleichen Zustand wie vor der OP. Das Knie ist auch immer ein bisschen warm, was in der 6-wöchigen Schonzeit nicht so war.
    Lieber Mathias, du schreibst ja auch erst nach 12 Wochen, dass dann das Knie besser war als vor der OP, das macht mir Hoffnung, dass sich in den nächsten 2-3 Wochen noch eine Besserung einstellt. Nach diesen endlosen Wochen der Ruhigstellung sehne ich mich so sehr danach, endlich wieder normal und ganz unbewusst zu laufen…
    Ach ja @ Bianca: Ich kann das „Geduld haben“ mittlerweile auch echt nicht mehr hören…

    1. Bianca sagt:

      Hallo Tanja ! Würde mich mal interessieren ob es in 2-3 Wochen eine Besserung bei dir gegeben hat !! Ansonsten schreibst du mir auch von der Seele !!! Wann können wir denn endlich wieder laufen …???

    2. Sabine sagt:

      Hallo, mir gehts genauso und das schon nach nur 6 Wochen. Nächsten Dienstag darf ich wieder belasten, hoffentlich habe ich nicht zu viel Angst. Momentan komme ich mit Krücken und Rollstuhl ganz gut zurecht, aber diese Abhängigkeit ständig um Hilfe bitten zu müssen zerrt am Gemüt. Hänge mir Beutel an die Krücken und transportiere damit alles, was ich brauche 😂

    3. Tanja sagt:

      Kurzes Update: Meine OP liegt mittlerweile 4 Monate zurück. Ich bin leider noch nicht beschwerdefrei: Anlaufschmerzen morgens und nach längerem Sitzen, Druckgefühl an der Knie-Innenseite und vor allem verspannte Beinmuskulatur machen mir zu schaffen. Auch das Treppensteigen empfinde ich als schmerzhaft im Bereich der Kniescheibe. Ich mache seit einigen Wochen Gerätetraining zum Muskelaufbau, das hat auf jeden Fall zur Stabilität des Knies beigetragen, auch fühlt es sich beim Laufen jetzt sicherer an. Mein Humpeln ist (bis auf die Phase des Anlaufschmerzes) weg, ich kann auch schon, je nach Tagesform, wieder längere Strecken laufen. Nach 3 Monaten war ich zur Kontrolluntersuchung beim Orthopäden, der meinte, dass das der „zu erwartende Zustand“ sei und es höchstwahrscheinlich noch besser werde, ich solle noch etwas Geduld haben…6 Monate müsse man für die Reha-Phase einplanen. Ich hatte mir das alles etwas schneller vorgestellt, aber nun ist es eben so, und ich hoffe einfach, dass die restlichen Beschwerden noch verschwinden.

  3. Bianca sagt:

    Moin Mathias ,
    ein sehr schöner Erfahrungsbericht von Dir!👍🏻Ich mache gerade das gleiche durch !! Innenmeniskusriss 3.Grades schwierige OP laut dem Arzt . Linkes Knie ! Bin gerade ziemlich down, weil es irgendwie nicht weiter geht … bin jetzt in der 5 Woche nach der OP… kann max . 20 min laufen mit Krücken und Schmerzen . Momentan ist es alles schlimmer als vor der OP. Und die Ärzte sagen nur, dass man weiterhin Geduld haben muss …. Kann denn das alles so sein ??? Aber wenn ich mir Deinen Bericht ansehe, hattest du ja auch sehr lange damit zu tun … Physiotherapie ist jetzt vorbei und Fahrrad fahren auf dem Heimtrainer soll ich so ca.10 min am Tag machen . Ich will die Hoffnung nicht aufgeben … aber so hab ich mir das alles nicht vorgestellt … lg, Bianca

  4. RG sagt:

    Hallo
    bin nach der Arthroskopie für den Meniskusriss 1 Nacht im Krankenhaus geblieben – auf jeden fall zu empfehlen. Am nächsten Morgen ohne Krücken raus, auf dem Beifahrersitz (nicht Rücksitz) nach Hause. Treppe hoch in den 4.Stock – machbar. Am 3ten tag Physio und ab dann auch noch täglich Zusatzübungen. Am 4ten Tag Radfahren auf ebener Strecke . Medikamente habe ich nur am 1ten und 2ten Tag genommen , wegen der Schwellung. Hoffe, dass es nach 2 Wochen grunsätzlich alles überstanden ist und ich wieder mit Tennis -vorsichtig – anfangen kann.
    Also, alles sehr unterschiedlich verlaufen. Kann das mit der Schwere des M-risses zu tun haben? Oder mit einem anderen Verlauf der Arthroskopie . Weitere Erfahrungsberichte wären interessant.
    Danke, R

    1. Matze sagt:

      Moin Moin R,

      vielen Dank für dein Feedback.

      Bezugnehmend auf „Vergleichende Studie zu den Ergebnissen der Meniskusresektion und der Meniskusnaht
      unter Berücksichtigung MRT-morphologischer Ausgangsbefunde 2006 bis 2012“ (Im Artikel verlinkt) steht dass der Heilungsprozess auch von der Art des Risses (Rissverlauf) und der Anzahl der Nähte abhängig ist. Mit 3 Nähten (Fastfix) zählt es bei mir schon zu den schwereren Maßnahmen.

      GRuß Mathias

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