Segeln ist ziemlich einfach und mit genügend Wind (ab 2bft) lässt sich jede Jolle ohne großes Können segeln, egal wie alt das Boot oder schlecht die Segel sind. Möchte man allerdings „schneller“ und effizienter Segeln, so muss man sich schon etwas mehr mit dem Segelboot, der Technik und vor allem dem richtigen Trimm der Segel beschäftigen. Bei örtlichen Regatten kann man sich dann wunderbar mit anderen Segelbooten, im besten Fall gleicher Bootstyp, vergleichen und die Eine oder andere Einstellung (Twist der Segel, Segelstellung) abschauen. Sicherlich werdet ihr mit altem Material schwerer Regatten gewinnen als mit Neuem, aber mithalten und nicht mehr abgeschlagener Letzter zu sein macht auch schon Spaß 😉

Ich segel seit 2013 und seit 2015 mit eigener Jolle (470er Baujahr 85‘) die im Vergleich zu den Vereinsjollen (Ixylon’s) wirklich jede Menge Möglichkeiten zum Trimmen der Segel bietet. Bevor wir weiter in den Schwachwindtrimm der Segel und des Bootes absteigen, muss noch folgendes gesagt sein:
– Jedes Boot hat seine eigenen Trimmeinstellung/-werte, da es aufgrund des Alters die Rumpfstabilität abnimmt (gerade beim 470er). Auch ältere Segel verlieren mit der Zeit ihre Form.
– Für aktuelle Boote mit aktuellen Rigg und Segeln kann man Trimmtabellen von den Herstellern beziehen.
– Trimmtabellen und Trimmtipps bieten meistens auch die Klassenvereinigungen an. Eine wirklich sehr ausführliche Trimmanleitung ist auf der Webseite Klassenvereinigung für
505er
zu finden.
– letztendlich müssen Boot und Segel so getrimmt werden, dass es möglichst aufrecht fährt und die Windbändsel horizontal auswehen!



Bei wenig Wind hat der Wind wenig Kraft um an den Segeln entlang zu strömen und Vortrieb zu erzeugen. Deshalb muss man dem Wind viel Form/Profil anbieten und mit dem Segel möglichst viel Wind einfangen. In der Praxis heißt das wenig Twist und viel Profil/Bauch in das Großsegel und das Vorsegel rein zubringen. Wie ihr das macht wird im Folgenden beschrieben.

Vorsegel:
– Fockholepunkte nach vorne um das Achterliek zu schließen
– Fockholepunkte weiter eher nach außen
– Fockschot möglichst locker/offen fahren

Großsegel:
– Traveller nach Luv
– Cunningham durchsetzen um den Bauch des Großsegels bei etwa 45% des Segels zu platzieren
– Unterliek leicht durchsetzen
– Mastbiegung möglichst gering, was ihr durch die Mastkeile erreicht
– Großschot ebenfalls möglichst locker/offen fahren

Bootstrimm (horizontal)
Es ist kaum vorzustellen wie sehr der Spiegel eines Bootes gerade bei wenig Wind bremsen kann. Der Spiegel bremst mehr als eine dicke Bugwelle. Deshalb muss bei wenig Wind das Crewgewicht nach vorne/ ganz nach vorne wenn das Boot schneller fahren soll, damit das Heck des Bootes höher kommt und das Wasser am Heck/Spiegel „sauberer“ zusammenströmen kann.

Bootstrimm (vertikal) / Krängung
Es gilt der oberste Grundsatz: Jollen müssen aufrecht gesegelt werden! Also müsst ihr alles machen damit das Boot aufrecht bleibt. Bei wenig Wind wird das ziemlich einfach auch ohne Trapez sein. Eventuell leichte Krängung nach Lee.

Schwert
Bei wenig Fahrt wird das Schwert nicht genügend Kraft entwickeln um die Abdrift des Bootes vermeiden. Deshalb sollte es beim „am Wind“-Kurs komplett ausgeklappt sein. Bei den restlichen Kursen kann etwas aufgeholt und beim Vorwindkurs fast komplett aufgeholt werden.

Tipps beim Segeln mit wenig Wind – Schwachwindtrimm (1-2 Bft)
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