Phase 0 – die Vorschädigung

Irgendwie scheint es immer das Gleiche zu sein was Vater und Sohn gemeinsam teilen. Eisenbahn, Rennbahn, Fußball, Motorsport…?

Schon früher als kleiner Steppkes hatte ich eine kleine Rennbahn, an die ich mich leider nur noch Bruchteilweise erinnern kann. Jedenfalls gab es später zu Schulzeiten eine 6,5m lange Rennbahn von Michael Schuhmacher geschenkt, welche für unzählige Stunden Spaß sorgte.

Die Bahn überlebte über viele Jahre, gut verpack in einem Koffer, das öde Kellerdasein, bis sie eines Tages im Jahr 2011 wieder zum Vorschein kam. Nach dem sensationellen Kellerfund baute ich damals die Bahn im Wohnzimmer auf um wieder dem Motorsport im kleinen Maßstab (1:48) zu frönen. Doch leider hatte die Zeit und vermutlich auch die schlechte Pflege dafür gesorgt, dass die beiden Rennwagen einfach nicht mehr auf Touren kamen und abgelöst werden mussten, was zu dem Zeitpunkt nicht mehr so einfach war. Auch die Schienen sahen nicht mehr ganz so fit aus, aber nach der Reinigung mit Stahlfix deutlich besser als vorher…



Nach einiger Recherche kaufte ich zwei Carrera GO  DTM Fahrzeuge, welche sich schnell als Fehlinvestition herausstellten, weil die Bahn nicht genügend Spannung für die neuen Fahrzeuge lieferte. Somit landete die Bahn nach kurzer eingeschränkter Freude wieder im Keller, bis sie ein Jahr später dem „VorUMZUGlichen Aufräumwahn“ zum Opfer fiel.

Inkubationszeit

Doch der Wunsch einer neuen Bahn blieb…

Phase 1 – erneute Infektion und Ausbruch!

…als meine langjährige Freundin/Mutter meines damals zwei jährigen Sohnes nicht mehr mit mir zusammenleben wollte, zog ich kurzer Hand aus in eine neue Wohnung. Nachdem diese  weitestgehend lebensfreundlich und mit dem Notwendigsten eingerichtet war, kamen die Erinnerungen an die Rennbahn wieder auf und kurze Zeit später ersteigerte ich für ca. 80€ bei eBay eine gebrauchte, leider PRO-X Carrera Bahn. „Leider“ weil die Bahn nicht eindeutig gekennzeichnet war… Als die Bahn nach der erfolgreichen Auktion bei mir ankam, war alles vergessen und die beiden mitgelieferten Formel 1 Wagen wurde ein paar Runden auf die 6,9m lange Bahn geschickt und der Carrera Virus kam wieder in Fahrt.

Da das Kurvenziehen auf der Bahn alleine nur wenig Freude bereitet hat, lud ich kurzer Hand einen Freund ein, mit dem wir die alten PRO-X Formel 1 Wagen an die Grenzen der altersbedingten Belastbarkeit trieben. Es mussten also neue Wagen her womit der Aufrüstwahn eigentlich erst begann.

Nach noch mehr Recherche stellte sich mit absoluter Genauigkeit raus, dass die Bahn eine Carrera PRO-X Bahn ist und es mit der gleichen Genauigkeit keine Rennwagen mehr dafür gibt.



Was nun? Soll ich die Bahn wieder verkaufen? Nur wer kauft eine alte Carrera PRO-X Bahn in einer Carrera  DIGITAL 132 Verpackung mit nur einem funktionierenden Rennwagen? Eine kurze Überlegungen später entschloss ich mich die Bahn auf Carrera DIGITAL 132 hochzurüsten was ziemlich einfach durch den Austausch der beiden Weichen (Carrera 30343 /30345) und Control-Unit (Carrera 30352) umzusetzen war. Neue Wagen mussten natürlich auch her und somit bestellte ich gleich noch einen Mercedes-Benz SLR McLaren GT (Carrera 30511),  AUDI R8 Team PHOENIX (Carrera 30570)
und einen zu dem Zeitpunkt sehr günstigen Ferrari F10 mit.

Der Anblick des Mercedes-Benz SLR McLaren GT und des AUDI R8 erfüllte mich mit voller Begeisterung und Vorfreude auf das nächste Rennen, welches kurze Zeit später mit Freunden erfolgte.

Phase 2 – Zeitmessung

Carrera ist natürlich sehr pfiffig und verkauft die Bahnen in einem einfachen Grundpaket ohne Rundenzähler. Wer natürlich mehr möchte und sich nicht um das Runden zählen kümmern möchte, darf einen Carrera Rundenzähler (Carrera 30355) für knapp 50€ kaufen, welcher kurze Zeit später mein Eigen genannt werden durfte. Doch die Freude an der gewonnenen Funktionsvielfalt des kleinen fummeligen Rundenzählers hielt nicht sehr lange und ich kam schneller als Gedacht an ein Carrera Alternativkabel für ca. 20€ zum Anschluss der Bahn an den PC. Die dafür benötigte Racemanagement Software X-LAP ist kostenlos bei Carrera zu laden. Topp! X-LAP oder später B.R.U.C.E RMS bereicherte die Rundenzählung mit Fahrzeug- und Fahrerverwaltung deutlich mehr als der Carrera Rundenzähler. Zudem sind nun die Positionen, Rundenzeiten, Tankstände und Bestrunden sehr übersichtlich vom Laptop oder angeschlossenen Fernseher abzulesen. Welch ein Mehrwert! Den Carrera Rundenzähler (Carrera 30355) konnte ich zum Glück für einen guten Kurs bei eBay vertickern. Eine CARRERA 30349 Digital PC Unit wird dank des Carrera Alternativkabels ebenfalls überflüssig!



Natürlich wurde die Bahn in den kommenden Monaten regelmäßig um Kurven Geraden und deren Außenränder erweitert, wodurch nun eine Bahnlänge von 16m möglich ist.

Phase 3 – Übertragung

Ein Carrera Digital 1:32 Bahn ermöglicht das zeitgleiche Fahren von 6 Fahrzeugen, weshalb ich kurze Zeit später den Fuhrpark um zwei weitere Fahrzeuge, den VW Golf24 „No.235″, 24h Nürburgring 2011 (Carrera 30631) und weil sich der vorhanden SLR 722 GT so gut fuhr, um einen weiteren Mercedes-Benz SLR McLaren GT No. 722 (Carrera 30484). Den Ferrari F10 hingegen konnte ich bei eBay für einen sehr guten Kurs verhökern. Einige Zeit später fingen meine mitfahrenden Kollegen und Freunde nun ebenfalls an eigene Rennwagen zu kaufen…Ein BMW M3 DTM B.SPENGLER (Carrera 30662)
und der Audi R18 (Carrera 30619) bereicherten als nächstes die Bahn.

Mittlerweile fanden regelmäßig im zwei Wochen Rhythmus Carrera Abende mit meinen Kollegen bei mir zu Hause statt, an denen wir zu viert für die Plastepiste heizten. Carrera-Strecke-Wohnzimmer-2

Phase 4 – Totaler Grippverlust, Schleifen, schleifen, schleifen…

Mit der Zeit bemerkten wir zunehmend den Verlust der Reifenhaftung der originalen Carrera-Reifen und ich mich nach alternativer Bereifung umschauen musste. Das Anschleifen der Carrera Reifen schaffte immer nur kurz Abhilfe…



Zahlreiche Recherchen ergaben, dass der Ortmann Reifen die Lösung für unsere griffigen Probleme sein musste und somit rüstete ich alle Fahrzeuge auf die Ortmann (PU-)Reifen um, was den Fahrzeugen nach mehrmaligem Anschleifen der Reifen ein ganz neues Fahrgefühl verlieh.

Bis so ein PU-Reifen auf der Standard Carrera-Eier-Felge rund läuft und permanent guten Grip entwickelt, mussten wir unzählige Male die Reifen schleifen und so schien uns das Schleifen als einzige Lösung für den unendlichen Raser spaß und der Jagd nach den letzten Zehntel-/hundertstel Sekunden.

Phase 5- Hier macht das Tanken Spaß!

Als kleinen strategischen Schmaus erweiterte ich die Rennbahn um eine Pitlane mit Tankstopfunktion (Carrera 30356) , wodurch wir nun in den Rennen zu kleinen Tankstopps gezwungen wurden. Anfang sorgte die Funktion für wenig Freude, doch mittlerweile wollen wir die Tankstoppfunktionen nicht mehr missen.

Sobald ein Wagen keinen Sprit mehr hat fängt er an zu blinken und wird auch deutlich langsamer. Zudem werden die Runden bei einem leeren Tank nicht mehr gezählt, wodurch mal ganz schnell ein Rennen entschieden werden kann. Erst nach einem Tankstopp in der Pitlane fährt der Wagen wieder mit maximaler Geschwindigkeit über die Bahn und die Runden werden wieder gezählt.

Phase 6 – Raus mit den Magneten!

Leider hinterließen die vielen Carrera Abende mit ihren Gaskapriolen an den Fahrzeugen ihre unübersehbaren Spuren. Abgebrochene Spiegel, Antennen und Spoiler waren die Regel… Für den fast uneingeschränkten Gripp der Fahrzeuge sorgen die eigebauten Magneten. Doch wie es halt so ist im Leben, haben auch die Magneten ihrer Negativen Eigenschaften, was sich in besonders harten Abflügen der Fahrzeuge in den Kurven zeigte. Die Magnete halten die Wagen bis zu einer gewissen Grenzen auf der Bahn. Wird die Grenze auch nur ein bisschen überschritten, fliegt der Wagen ganz abrupt und mit spektakulären Überschlägen aus der Bahn, was in der Tat regelmäßig für Staunen sorgte 😉 Den Wagen hingegen gefielen die ruppigen Abflüge nicht so gut und quittierten diese mit dem Verlust von Spiegeln, Antennen und den Spoilern. Auf Dauer also keine Lösung…

Im Forum Freeslotter.de laß ich schon einige Beiträge über das Fahren ohne Magnete und wie toll sich die Wagen dann im Drift um die Kurven bewegen lassen. Also baute ich aus einem Wagen die Magneten heraus und testete es aus. Erstaunlich! Die Veränderungen der Fahreigenschaften haben sich komplett verändert. Der Grenzbereich der Reifenhaftung/Wagen macht sich durch die Drifts bemerkbar. Beim Überschreiten des Grenzbereiches flog der Wagen nicht mehr so hart von der Bahn sondern deutlich langsamer und sanfter, wozu sicherlich auch die etwas reduzierte Kurvengeschwindigkeit ihr Übriges dazu beitrug. Meine Kollegen und Freunde empfanden den Ausbau der Magneten auch als deutliche Steigerung des Fahrspaßes, weshalb auch aus ihren (selbst gekauften) Wagen die Magneten raus mussten.

Etwa 1,2 Sekunden langsamer pro Runde, aber dafür mit deutlich mehr Fahrspaß jagten wir uns viele, viele Runden weiter und das regelmäßige Anschleifen der Hinterräder verbesserte zunehmend den Gripp

Phase 7 – Tiefer ist gleich besser?

Natürlich waren die Fahrzeuge nun ähnlich gut und nun hieß es durch kleine Verbesserungen das kleine bisschen Überlegenheit aus den Fahrzeugen rauszuholen. Nach weiteren Recherchen im Forum hörte sich das Runterschleifen der Vorder- und Hinterreifen viel versprechend an. Durch das Herunterschleifen wird der Raddurchmesser verringert, wodurch der Wagen tiefer liegt und der Leitkiel weiter in den Slot kommt, was das Kurvenverhalten wieder etwas verbessert. Natürlich ist der Unterschied zu vorher nicht so atemberauben wieder die Umstellung der Bereifung von Carrera auf Ortmann Reifen, doch die Rundenzeiten belegen es.

Phase 8 – RMS- wie können’s besser…

Seit Weihnachten letzten Jahres hat mein Kumpel Tim auch eine Carrera Bahn „POWER RACING – Carrera 30167) und statt damit zu fahren, hat er sich mangels „schöner“ und funktioneller Alternativen zu X-LAP, B.R.U.C.E, iLAP und Co. nun auf die Fahne geschrieben, die Racemanagement Software neu zu entwickeln. Seitdem arbeiten wir beide daran und im Februar werden wir damit fertig sein. Einen ersten Vorgeschmack könnt ihr euch bei meinem Kumpel Tim [Carrera Digital webRMS] holen.

Den aktuellen Fuhrpark möchte ich euch natürlich nicht vorenthalten. Alle B.R.U.C.E. und X-LAP tauglichen (verkleinerten) Bilder der Fahrzeuge könnt ihr euch hier herunterladen.

Der Carrera Virus und der Ansteckungsweg
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